Kinofilm: "Jackie"

Natürlich kenne ich Jackie Kennedy. Als die Frau von John F.

Eine dunkelhaarige Schönheit, die sich in allen Situationen diskret im Hintergrund aufhält und schicke Kleider trägt.

Für den Film habe ich mich nicht weiter eingelesen, denn ich war sicher, ich erfahre alle Details über das Leben von Jackie K. Was ich nicht wußte: die Handlung setzt mit dem Attentat auf den Präsidenten in Texas ein und zeigt die Tage danach. Das Leben vor den tödlichen Schüssen wird nur in Rückblenden gezeigt. Die Rahmenhandlung für den Film ist ihr Interview mit einem Journalisten, der sie an ihrem Sommersitz besucht.


Der Film zeigt eine bis ins Innerste erschütterte Frau, die den Anschlag auf ihren Mann aus nächster Nähe miterleben muß. Dennoch ist sie unwichtig, der Ermordete ist schließlich der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten! Die Räder drehen sich weiter, die Mühlen mahlen und es bleibt keine Zeit für persönliche Befindlichkeiten oder gelebte Trauer. Ihre Bedürfnisse und Vorstellungen fallen dem großen und ganzen zum Opfer, ich fühle mit Jackie, wie sie ihre Ohnmacht empfindet.

Die Schauspielerin Natalie Portman zeigt eine kühle, beeindruckend starke Witwe, die sich trotz dem großen Druck, öffentlicher Erwartungen und politischer Vorgaben nicht beirren lässt und ihre Vorstellungen durchsetzt. Sie will für ihren Mann ein Begräbnis wie es für Abraham Lincoln gestaltet wurde. Und: sie setzt sich durch. Trotz aller Sicherheitsbedenken folgen die Witwe sowie Familie und ausländische Politiker dem Trauerzug zu Fuß. Beigesetzt wird John F. Kennedy am Soldatenfriedhof in Arlington - an der Stelle, die Jackie persönlich ausgesucht und für würdig befunden hatte.

 

Mich hat fasziniert, wie die Präsidentengattin offen zugegeben hat, dass ihr Mann nicht perfekt war (sinngemäß: "seine Freunde neigen zu zügellosem Verhalten, manchmal lässt er sich davon anstecken") und wie sie dennoch zufrieden mit ihrem Leben im Weißen Haus war. Zitiert wird oft das Musical "Camelot": eine wunderbare Welt abseits der Realität und der Normalität. Und so hat Jackie sich wohl auch eingerichtet und ihr Leben nach eigenen Vorstellungen gelebt, ohne dass es für sie ein fauler Kompromiss war.

Dies vermittelt jedenfalls der Film, den ich sehr berührend und bewegend fand. Und mit der Biographie von Jacqueline Kennedy und ihrem tatsächliche Leben werde ich mich jetzt mal eingehend beschäftigen.


Erkenntnis des Films: Ruhm macht auch nicht unbedingt glücklich.



info@britta-fraunhofer.de