Kinofilm: "Schlösser aus Sand""

Unter diesem Film habe ich mir eine schöne romantische - vielleicht ein bisschen tragische - Liebeskomödie in einer schönen Landschaft vorgestellt. Tatsächlich hat mich die Realität erwischt.

Ein Paar, seit sechs Monaten getrennt weil sie ihn betrogen hat, verbringt einige Tage zusammen im Haus ihres verstorbenen Vaters, das verkauft werden soll.

 

Vorab: ich liebe diesen Film weil die Hauptdarstellerin Fotografin ist und viele von "ihr aufgenommenen Fotos" im Film eingeblendet werden. Ein Spaziergang am Strand - man sieht die Landschaft als fotografiertes schwarz-weiß-Motiv. Solche Spielereien in einem Film mag ich.

 

Die Geschichte spielt in der Bretagne, einer Landschaft, die mir sehr entspricht. Die Hauptdarstellerin fotografiert mit einer Leica und ich habe mich in dieses Auslösegeräusch verliebt. 

Ein Paar hat sich getrennt und nach einem halben Jahr fragt sie ihn, ob er sie zum Haus ihres Vaters in die Bretagne fährt, weil sie keinen Führerschein hat. Er sagt zu - aus Verpflichtung, aus Sentimentalität, aus Liebe. Es wird aber keine Reise in die Vergangenheit, es wird für jeden eine Reise in die Realität.

Das Haus wird für die potentiellen Käufer hergerichtet, die Maklerin Claire ist äußerst engagiert, aber dennoch sympathisch.

Eleonore und Samuel wirken wie ein vertrautes, sich sehr nahestehendes Paar. Sie stehen sich nahe, sind aber getrennt und er in einer neuen Beziehung.

 

Der Film zeigt in warmen Farben, in ansprechenden Bildern und in authentischen Szenen wie jeder von beiden sich bewußt wird, was sie einst aneinender hatten, was sie verloren haben und was jedem aber auch in der Beziehung gefehlt hatte. Jeder lässt die Vergangenheit Revue passieren, beide erinnern sich, dass man ursprünglich miteinander alt werden wollte (Samuel: nur wenn man gut nebeneinander einschlafen kann, kann man ein Leben miteinander verbringen).

 

Aus verschiedenen Erzählperspektiven wird die Sicht eines jeden dargestellt. Die Charaktere werden lebendig, bewegend und glaubwürdig dargestellt. Der Zuschauer erfährt, wie jeder die Trennung erlebt hat. ich als Kinogänger verstehe jeden von beiden, ich kann keine Partei ergreifen.

 

Unter den prüfenden, aber liebevollen Augen der Maklerin Claire wird das Haus verkauft und es wird sich der Vergangenheit gestellt. Einer Vergangenheit, die in diesem Film auch in die Zukunft führen wird, beide fahren zusammen zurück nach Paris. und wir haben unser Happy End.

 

Ein ruhiger, glaubwürdiger und mitfühlender Film, der einen an die große Liebe glauben lässt und Lust auf Urlaub in der Bretagne macht. Also ich hätte dieses Haus nie verkauft. 

Erkenntnis des Films: Freundschaft und Liebe übersteht alles. Hier glaube ich es auch.



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