Kinofilm: "Rückkehr nach Montauk"

Den Film wollte ich sehen weil er in New York spielt (da war ich schon und hab es geliebt) und auf Long Island (da will ich hin und denke, ich werde es lieben). Und natürlich Volker Schlöndorff.

Es wird die Geschichte eines Paares erzählt, das sich geliebt hat vor Jahren. Die Liebe hat aber nicht bestanden.

Der Autor Max Zorn stellt in New York seinen neuen Roman vor, in dem er seine vergangene Liebe zu Rebecca verarbeitet hat.
Er hat Rebecca seit 16 Jahren nicht mehr gesehen, er hat sie damals in New York zurück gelassen. In seinen Gedanken und Gefühlen hat er sie noch bei sich, er hängt in der Vergangenheit und hier ist diese Liebe nicht abgeschlossen. Für Max und den Zuschauer ist noch alles möglich.

Max macht Rebecca ausfindig und versucht, an der Vergangenheit anzuknüpfen. Sie ist geschockt, erst abwehrend, lässt sich aber dennoch darauf ein, noch einmal in die gemeinsame Zeit einzutauchen. Ein gemeinsames Wochenende in Montauk, wo sie früher schon Zeit zusammen verbracht haben, soll die beiden einander näher bringen. Scheint es.

In Rückblenden erlebt der Zuschauer mit, wie es beiläufig geschehen kann, dass eine Liebe nicht gelebt wird, dass eine Partnerschaft nicht entsteht und dass ein Paar sich entfernt. Warum eigentlich? Es gab so viel anderes zu tun, es war gerade so viel los und außerdem das Gefühl, man hat ja noch so viel Zeit. Aber dann, nach 17 Jahren blickt man zurück und es wird klar, was versäumt wurde. Was nicht ausgesprochen oder nie getan wurde. Und es ist klar: es ist zu spät.

Kurz nach der Trennung von Rebecca ist Max damals Vater geworden, hat sich aber nie wirklich auf eine Frau einlassen können wie es scheint. Seine aktuelle Partnerin Clara erfährt in der New Yorker Lesung von seinen Gefühlen für Rebecca und ist geschockt. Max selbst blickt  sentimental und voller Selbstmitleid auf die vergangenen Jahre ohne Rebecca zurück, er will sie wieder für sich gewinnen und das Verpasste nachholen. 

Rebecca ist mittlerweile eine erfolgreiche Anwältin. Sie wirkt kühl, hart und sehr überlegt und strukturiert. Erst nach und nach öffnet sie sich und zeigt Max, wie sehr sie damals verletzt wurde und wie es ihr ergangen ist. Sie hat ihn geliebt und er hat sie gleichgültig verlassen. Sie wollte ihr Leben mit ihm verbringen, Kinder mit ihm haben und er ist einfach nicht zurückgekommen nach New York. Sie erzählt Max von der Zeit nach der Trennung: sie hat wieder jemanden kennengelernt und geheiratet und der Mann ist gestorben. 

Dem Zuschauer wird klar: Rebecca war verzweifelt nach der Trennung, hat gelitten und war todunglücklich. Nach Jahren hat sie sich wieder auf jemanden eingelassen und er ist gestorben. Sie wurde also wieder verlassen.
Am Anfang des Filmes hatte ich als Zuschauerin Mitleid mit Max. Ich kann nachvollziehen wie er sich fühlt, ich kenne selber Situationen in denen ich anders hätte handeln sollen, dann würde ich jetzt ein anders Leben führen.

Der Film zeigt mir, das es nichts bringt, in der Vergangenheit hängen zu bleiben und sich auf nicht getane Dinge zu konzentrieren. 
Diese Energie auf die Gegenwart auszurichten erscheint mir logischer und sinnvoller. Ich werde mich jetzt noch eine Zeitlang nach diesem Kinobesuch bei allen möglichen Situationen fragen: ist das die richtige Entscheidung, werde ich bereuen es getan (oder nicht getan) zu haben?

 

Erkenntnis des Films: Jetzt ist die beste Zeit.



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