In Deutschland gibt es zwei Arten von Menschen. Diejenigen, die am Sonntag Abend den Krimi  auf dem einen Sender schauen und es gibt die anderen. Die Personen, die an Liebe und Romantik glauben. Zu diesen gehöre ich. Wahre Liebe, echte Gefühle und natürlich - zwingend - ein Happy End. 

In diesen Filmen gibt es immer diesen einen Moment. Ich nenne diese Sekunden den "Rosamunde-Pilcher-Moment". Die Hauptdarstellerin (Single / unglücklich verliebt / glücklich liiert, aber unbewusst auf der Suche / frisch getrennt und überhaupt nicht auf der Suche) und der Held (gutaussehend / reich / Immobilienbesitzer / Pferdezüchter / Rennfahrer) begegnen sich. Der magische Moment passiert sozusagen beiläufig. Im Vorbeigehen. Nebenbei. Unerwartet. 

Die beiden begegnen sich, blicken sich in die Augen und die Zeit steht still. Die Welt hält den Atem an, als sich diese beiden Seelen treffen. Ist es ein Erkennen, ist es ein Finden oder ist es einfach nur Zufall?

Im Fernsehen dauert es dann ungefähr noch 85 Minuten, bis alle Schicksalsschläge (Unwägbarkeiten / Konkurrentinnen / Nebenbuhler / Schwiegermütter / Ex-Chefs / Missverständnisse) aus dem Weg geräumt sind. In 1 1/2 Stunden zum Lebensglück, ein beeindruckendes und beneidenswertes Tempo. 

Was bedeutet diese Zeitspanne aber auf ein Leben hochgerechnet?
Auf das Leben einer Single-Dame mit kurz vor 50?
Wann beginnt mein Sonntagabend-Film des Lebens? Der Held kann kommen, ich bin bereit.