Hausfrau. Just  for one week.
Eine Abitte.

 

Als ich jünger war, wollte ich Bäckerin werden. Bis ich erkannt habe, wie früh man da aufstehen muss.

Dann wollte ich Archäologin werden. Aber Tut-Ench-Amun war ja schon gefunden.

Später wollte ich einen reichen Mann heiraten und nur Charity machen. Eigentlich weiß ich bis heute nicht, warum das gescheitert ist.

Auf jeden Fall fand ich es schon immer erstrebenswert, nicht auf die Arbeit zu gehen, sondern daheim rumzuhängen.

 

Von daher war ich natürlich sehr gerne bereit, meine Mutter für die Dauer eines Krankenhausaufenthaltes daheim zu vertreten. Eine Woche, eine chillige Zeit im hübschen Haus mit Gartenanschluss. Ich würde jeden Morgen entspannt mit meinem Vater frühstücken und Zeitung lesen und dann locker Einkaufen, mit links (ok, bei mir eh) kochen und nachmittags in der Sonne lesen. So der Plan.

Endlich will ich es so machen, wie Hausfrauen und Mütter es jeden Tag haben.

 

Dachte ich.

 

Was ich hatte war unvorstellbarer Stress. Wie schaffen es manche Damen, jeden Tag abwechslungsreiches Mittagessen zu servieren - und das auch noch zu festgelegten, geplanten Zeiten? Und alles zusammen fertig zu bekommen? Um 12 Uhr?

Welcher logistische Aufwand alleine, den Einkaufszettel zu schreiben, zu planen und auch alles nach Hause zu kriegen? Und dann im Optimalfall in den nächsten Tagen die Reste sinnvoll zu verwerten?

 

Und ganz nebenbei noch das Haus sauber zu halten, die Wäsche gewaschen zu kriegen und auch noch Garten in Schuß zu halten?

Gedanklich knie ich nieder, vor allen Hausfrauen und Müttern, die neben diesem sportlichen Alltags-Programm auch noch ihre Kinder betüteln und die Männer in Sicherheit wiegen.

 

Eine Woche Mutter-Vertretung ist echt genug.

Hochachtungsvoll ziehe ich mich in meinen Bürojob zurück.

Und. Bin. Zufrieden.